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Technik


Batterie-Info

 

Zyklenfeste Bordbatterien: Flüssig-Säure · Gel · AGM

In der Regel dient bei Reisefahrzeugen oder im Marinebereich ein Batteriesatz zum Betreiben der Verbraucher an Bord und ein separater Batteriesatz zum Starten der Maschine. Beide Systeme sollten bei Stillstand des Motors getrennt und während der Fahrt zusammengeschaltet sein. Somit Steht zum Starten des Motors immer genug Leistung zur Verfügung, ganz egal wie weit die Standverbraucher die Bordbatterie entladen haben. Läuft der Motor, dann werden die beiden Batteriesysteme zusammengeschaltet und gemeinsam während der Fahrt über die Lichtmaschine geladen. Diese Steuerungstrennung erfolgt in der Regel automatisch über ein Trennrelais, einen Diodenverteiler oder einen Ladestromverteiler.
 

Welche Batterie für welchen Einsatzzweck ?

Vorab sei nochmals erwähnt: Ob Sie eine Solaranlage einbauen oder nicht, reine Starterbatterien sind als Bord- bzw. Versorgungsbatterien grundsätzlich nicht zu empfehlen, da sie vom inneren Aufbau nicht für zyklische Belastungen ausgelegt sind und schnell ihre Speicherkapazität verlieren.

Als Bordbatterien eignen sich letztendlich nur Bleibatterien, die speziell für zyklischen Batterieeinsatz ausgelegt sind. Nur diese ermöglichen gute Spannungsstabilität über einen langen Zeitraum und akzeptable Zyklenfestigkeit sowie geringe Selbstentladung. Da Starterbatterien sowie zyklenfeste Bordbatterien in gleichen Batteriegehäusen ausgeliefert werden, muss man sich am Gehäuseaufdruck orientieren. Bei Starterbatterien findet man die Angabe des Kälteprüfsterns in - A - (12V 88 Ah 450 A). Handelt es sich um eine zyklenfeste Batterie, ist zusätzlich eine Kapazitätsangabe mit einer Entladezeit aufgedruckt. Diese Angabe fehlt bei reinen Starterbatterien, so z. B.12 V 120 Ah (100 h oder C100). Je höher die Ah-Angabe bei gleicher Entladezeit, umso mehr Strom kann eine Batterie speichern und wieder abgeben.


Welcher Batterietyp?

Zyklenfeste Bordbatterien gibt es als konventionelle Flüssigbatterie oder als Gel- und neuerdings auch in AGM-Ausführung. Flüssig- zu Gel- oder AGM-Batterien unterscheiden sich darin, dass der Elektrolyt nicht in flüssiger, sondern in gebundener Form vorliegt. Bei Gel – wie der Name schon sagt – ist dieser in Gel gebunden, was den Vorteil hat, dass bei Gehäusebruch keine Säure austreten kann und außerdem benötigt dieser Batterietyp keine Außenentlüftung.

Gleiche Voraussetzungen auch bei AGM. Diese Batterietechnologie wurde entwickelt für Fahrzeuge mit hohem Stromaufkommen und parallel zur Fahrzeug- Hybridtechnik. AGM (Absorbent Glass Mat) bindet vollständig die Flüssigkeit in einem hochporösen Mikroglasfaservlies und macht diese damit gänzlich auslauf- und kippsicher.

Große Vorteile bei der von uns angebotenen MT-AGM-Batterie ergeben sich dadurch, dass die Elektrodenplatten extrem verpresst wurden. Höhere Speicherleistung wurde dadurch realisiert und gleichzeitig die Abschlammung und somit der Verschleiß stark minimiert und auch ein innerer Kurzschluss ist so gut wie ausgeschlossen. Die hohe Packungsdichte optimiert aber nicht nur den chemischen Prozess und gewährleistet hohe Zyklenzahlen und extreme Rüttelfestigkeit, sondern ermöglicht auch höhere Stromaufnahme bei kälteren Außentemperaturen sprich Wintercamping. AGM- wie auch Gelbatterien sind absolut wartungsfrei. Wichtig ist aber, dass das eingesetzte Ladegerät für den jeweiligen Batterietyp freigegeben ist und auf die Ladekennlinie umgeschaltet werden kann. Wer also von konventioneller Flüssigbatterie auf einen anderen Batterietyp wechseln will, muss zuvor prüfen, ob das eingebaute Ladegerät tauglich ist. Wenn dies nicht der Fall ist, kann zum originalen Bordladegerät ein MT-Ladegerät parallel geschaltet werden. Dieses optimiert und übernimmt dann nicht nur die Vollladung, sondern garantiert dann auch eine schnellere Aufladung der zumeist eh zu schwach ausgelegten serienmäßigen Ladegeräte, die Fahrzeughersteller ab Werk vorsehen. Ob sich eine Umrüstung von Flüssigbatterien lohnt, ist erfahrungsgemäß von den jeweiligen Einsatzbedingungen abhängig. Wer seine Bordbatterie nur wenig belastet, wird auch mit der preislich günstigeren zyklenfesten Flüssigsäurebatterie akzeptable Einsatzzeiten erreichen. Wer dagegen seinen Akku auch zyklisch mal stärker belastet (z.B. Wechselrichter, TV-SAT), ab und an in die Tiefentladung geht, oder wenn sich starke Erschütterungen (Fernreisen) nicht vermeiden lassen, für den wird sich die Umrüstung lohnen.


Genügend Batteriekapazität

Damit die gewünschte Standzeit überbrückt werden kann bzw. ein Reisefahrzeug autark ist, muss eine ausreichende Batteriekapazität vorgesehen werden. Eine Solaranlage mit einer zu kleinen Batterie macht wenig Sinn. Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie haben eine kleine Regentonne. Diese ist bei Regen zwar schnell voll, aber bei Wasserentnahme auch schnell erschöpft. Obwohl es also noch stundenlang regnet, können Sie nicht so
viel Wasser speichern, wie gebraucht wird. Genauso verhält es sich auch mit der Solaranlage und der Batterie. Wenn die Batterie voll ist, kann noch stundenlang die Sonne scheinen, doch es wird nichts mehr gespeichert. Wenn Ihnen dann genau diese Leistung später fehlt, sollten Sie nicht Ihrer Solaranlage die Schuld geben! Die Lösung des Problems ist dann die Speicherkapazität, die durch Vergrößern oder Erweitern der vorhandenen Batterien erhöht werden muss. Eine Erhöhung der Kapazität wirkt sich übrigens auch auf die Lebensdauer der Batterien positiv aus, denn diese verschleißen umso schneller, je tiefer die Entladung ist. Da sich bei Verdoppelung der Kapazität also auch die Entladetiefe auf zwei Batterien verteilt und somit halbiert, hält der erweiterte Batteriesatz auch erheblich länger.

 

Batterien brauchen Pflege

■ Die Bordbatterie fristet in den meisten Fällen ein jämmerliches Dasein. Nicht selten haben die Hersteller die Batterien
unter die Fahrzeugsitze verdammt – und dort sind diese dann weder einzusehen noch leicht zugänglich. Bei Gel- und
AGM-Batterien ist dies weniger problematisch, da diese keine direkte und regelmäßige Wartung verlangen. Anders
sieht es bei Nassbatterien aus. Diese müssen in regelmäßigen Abständen kontrolliert und der Flüssigkeitsstand mit
destilliertem Wasser ausgeglichen werden. Bei hohen Temperaturen und ständigen Lade- und Entladezyklen sollten
die Batterien monatlich überprüft und reguliert werden. Geschieht dies nicht, ist ein Kapazitätsverlust bereits vorprogrammiert.
Im schlechtesten Falle droht ein schneller Ausfall !
Gel- und AGM-Batterien sind dagegen absolut wartungsfrei. Was aber nur bedeutet, dass die Kontrolle des Flüssigkeitsstands entfällt, da der sogenannte Elektrolyd bei beiden Ausführungen fest gebunden ist. Die Wartung und Pflege von Gel- oder AGM-Batterien ist jedoch ebenfalls außerordentlich wichtig: In regelmäßigen Abständen muss/müssen die Batterie/n mit einem geeigneten Ladegerät komplett aufgeladen werden. Diese Aufgabe kann über die Lichtmaschine während der Fahrt nicht übernommen werden, da die Ladespannung hierfür zu niedrig ist.
Nehmen Sie diese Wartungsintervalle bitte nicht auf die leichte Schulter. Früher Ausfall und Kapazitätsverlust sind
in fast allen Fällen auf Ladefehler zurückzuführen. Entweder stand die Batterie über einen zu langen Zeitraum tiefentladen
oder die Batterie hat den Vollladezustand nicht oder zu selten erreicht. In beiden Fällen kommt es zu schädlicher
Sulfatierung, die – wenn überhaupt – nur sehr schwer regeneriert werden kann. Deshalb immer darauf achten,
dass mit einem geeigneten Ladegerät in regelmäßigen Abständen über einen Zeitraum von mindenstens 24 Stunden
vollgeladen wird.
Um jederzeit die optimale Leistung bei maximaler Lebendauer zu erreichen, empfiehlt sich die Verwendung eines
MT-Batterie iQ (s. S. 68). Dieser verhindert von vorne herein die schädlicher Sulfatbildung und sorgt dafür, dass die
noch vorhandene Kapazität bei maximaler Lebensdauer zur Verfügung gestellt werden kann.
 

Lebensdauer einer Batterie


■ Die Lebensdauer einer Bord-Batterie hängt von mehreren Faktoren ab. Diese sind in erster Linie die Entladetiefe
und die Lade- bzw. Entladezyklen. Eine Batterie verschleißt umso schneller, je tiefer und häufiger sie entladen wird.
Dies erklärt auch, warum bei gleicher Belastung kleine Batterien bzw. kleine Batteriesätze mit weniger Kapazität (Ah)
schneller verschleißen als größere Batteriesätze. Wer also eine Batterie sehr oft und tief entlädt, muss früher mit
Leistungsverlust und Akku-Ausfall rechnen. Die Batterie fällt meistens nicht schlagartig aus, sondern weist eine stetig
abnehmende Speicherkapazität auf. Hersteller-Tests haben ergeben, dass eine zyklenfeste Säurebatterie bei 25 Prozent
Entladetiefe etwa 1000 Ladezyklen aushält. Dies ist ganz ordentlich, aber 25 Prozent sind im Reisemobileinsatz auch
nicht wirklich viel. Extrem weniger Zyklen halten Flüssigbatterien, wenn die Entladetiefe steigt. Nach unseren Erfahrungen
dürfte die Lebensdauer bei weit unter 250 Zyklen liegen, wenn 50 Prozent der Speicherleistung entnommen werden.
Aber wie schon in der Batterie-Info erwähnt, kann bei geringer Entladetiefe oder bei eingeschränkter Urlaubsnutzung
von wenigen Wochen dieser Batterietyp absolut ausreichen. Egal welcher Batterietyp verwendet wird – also auch bei
Gel oder AGM –, Verschleiß fällt immer dann an, wenn die Batterie zyklisch belastet wird, und dieser ist umso größer
je tiefer der Zyklus ausfällt. Wichtig zu wissen, dass Verschleiß logischerweise nicht durch die Herstellergarantie abgedeckt
ist. Ganz wichtig ist auch, dass eine Batterie niemals in teil- oder komplett entladenem Zustand über einen längeren
Zeitraum steht, denn dann kommt es meist zu einer schädlichen Sulfatierung, die sehr schwierig regenerierbar
ist (siehe auch »MT-Batterie-iQ« auf S. 68) und zu Leistungsverlust bzw. sogar zum Komplettausfall führen kann, der
ebenfalls nicht durch die Garantie abgedeckt ist. Deshalb immer darauf achten, dass die Bordbatterien optimal geladen
werden und auch nur im geladenen Zustand abgestellt werden (z. B. Winterpause).


Quelle und Info: Büttner Elektronik

 

 

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